Zahlreiche private und kommunale Waldbesitzer waren gekommen, um der Übergabe der Ergebnisse der Standortserkundung im Kartiergebiet Mindel-Kammeltal im Rathaus der Stadt Mindelheim durch Staatsminister Josef Miller beizuwohnen. Landrat Dr. Hermann Haisch, Bürgermeister Dr. Stephan Winter und Franz Pschierer MdL, der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag zeigten sich beeindruckt von den Ergebnissen der Standortserkundung.
"Die Standortserkundung liefert den Waldbesitzern Entscheidungshilfen zur Begründung und Pflege standortsgemäßer, stabiler und ertragreicher Waldbestände, wie sie im Bayerischen Waldgesetz gefordert werden", betonte Minister Miller in seiner Ansprache.
Im Kartiergebiet Mindel-Kammeltal wurden vom Forstsachverständigen Klaus-Peter Jung 2.491 ha Wald, davon 2.299 ha Privat- und 192 Kommunalwald kartiert. Die Ergebnisse zeigen: Insgesamt überwiegen Standorte mit guter Wasser- und Nährstoffversorgung. "Angesichts der günstigen klimatischen Bedingungen heißt das, dass wir hier gute bis sehr gute Wuchsleistungen der heimischen Baumarten erwarten können", so Minister Miller.
Jeder Waldbesitzer im Bereich der Gemeinden Kammlach, Mindelheim, Oberrieden, Pfaffenhausen und Salgen kann nun bei der Forstbetriebsgemeinschaft oder beim Amt für Landwirtschaft und Forsten in Mindelheim Einsicht nehmen in die Unterlagen der Standortserkundung. Die Ergebnisse sind eine wertvolle Hilfe für die Bewirtschaftung jedes einzelnen Waldgrundstücks. Die Chancen und Risiken der einzelnen Baumarten werden aufgezeigt und der Waldbesitzer kann seine Bestände mit diesen Informationen fundierter bewirtschaften.
8.683,5 Hektar wurden seit Beginn der Untersuchungen im Bereich der Forstbetriebsgemeinschaft Mindelheim erfasst und ausgeliefert (Privatwald: 6.547 ha; Körperschaftswald 2.136,5 ha). Derzeit ist das letzte Kartiergebiet im Bereich der FBG in Bearbeitung mit den Gemeinden Breitenbrunn, Kirchhaslach und Oberschönegg in Arbeit.
Läuft alles nach Plan, dann werden die Außenarbeiten auf den restlichen Flächen der FBG noch dieses Jahr abgeschlossen.
Nachdem die Förderung der Standortserkundung im Privatwald im Jahre 2006 auslaufen wird, stellt sich, so der Minister, für den Verein die Frage nach neuen Aufgabenfeldern. "Möglichkeiten gibt es etwa bei der Forsteinrichtung im Privatwald, bei der Erstellung von
WaldInfoPlänen oder bei landesplanerischen und naturschutzfachlichen Arbeiten im Wald", blickt Minister Miller zuversichtlich in die Zukunft.
Minister Miller und Josef Spann, der Vorsitzende des VfS bedankten sich beim Vorsitzenden der Forstbetriebsgemeinschaft Mindelheim, Kraus, für die Durchführung der Standortserkundung im Vereinsgebiet sowie sein damit verbundenes Engagement für den Wald und die Waldbesitzer. "Mit einem standortsgerechten Wald machen wir unsere Forstwirtschaft fit für die Zukunft", zeigte sich Kraus überzeugt und dankte dem Freistaat Bayern für die Bereitstellung der Fördergelder, den Forstbehören für die tatkräftige Unterstützung und dem VfS für die gute Zusammenarbeit.